Der Ölmarkt bleibt angespannt, weil sich die Hoffnung auf eine baldige Öffnung der Strasse von Hormus wieder deutlich abgeschwächt hat. Gleichzeitig sorgen neue Angriffe auf saudische Energieanlagen für zusätzliche Unsicherheit.
Preistreibende Faktoren:
- Strasse von Hormus bleibt vorerst geschlossen: Der Iran knüpft eine Öffnung an mehrere weitreichende Bedingungen. Solange diese nicht erfüllt sind, bleibt ein wichtiger Teil der weltweiten Ölversorgung eingeschränkt.
- Neue Angriffe auf saudische Raffinerien: Der erneute Angriff der Huthi auf eine Raffinerie in Saudi-Arabien zeigt, dass auch wichtige Verarbeitungsanlagen weiter gefährdet sind.
- Anhaltendes geopolitisches Risiko: Solange keine verlässliche Normalisierung der Lieferströme sichtbar ist, bleibt ein zusätzlicher Risikoaufschlag in den Preisen bestehen.
- US-Blockade gegen iranische Schiffe: Die USA setzen ihre Massnahmen gegen iranische Transporte fort. Das erschwert zusätzliche Öllieferungen aus dem Iran.
- Tiefere Zinserwartungen in den USA: Schwächere Arbeitsmarktdaten haben die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung reduziert. Das kann die Ölnachfrage und damit die Preise leicht stützen.
Preisdämpfende Faktoren:
- USA setzen stärker auf wirtschaftlichen Druck: Washington signalisiert derzeit Zurückhaltung bei neuen grossen Militäraktionen. Das senkt das unmittelbare Eskalationsrisiko etwas.
- Saudi-Arabiens Förderung bisher kaum beeinträchtigt: Trotz der Angriffe konnte die saudische Ölproduktion bislang weitgehend aufrechterhalten werden.
- Tiefere saudische Verkaufspreise: Saudi-Arabien hat seine Preise für Septemberlieferungen erneut gesenkt, was auf einen stärkeren Wettbewerb und ausreichend verfügbares Rohöl hindeutet.
- Schwache US-Konjunkturdaten: Der enttäuschende Arbeitsmarkt kann auf eine schwächere Wirtschaft und damit auf eine geringere Ölnachfrage hindeuten.
Fazit:
Die Lage bleibt insgesamt leicht preistreibend, weil die Strasse von Hormus weiterhin nicht vollständig geöffnet ist und neue Angriffe auf Energieanlagen die Versorgung unsicher halten. Gleichzeitig begrenzen die zurückhaltendere US-Rhetorik und die bislang stabile saudische Förderung den stärksten Aufwärtsdruck. Bei den Inlandspreisen zeichnen sich aktuell im Vergleich zu Freitag Aufschläge ab.
Diese Informationen dienen ausschliesslich Informationszwecken und stellen keine Kaufempfehlung dar. Für die Richtigkeit und Aktualität wird keine Haftung übernommen.
